
Der 2. Februar ist ein besonderer Tag, auch wenn viele von uns nicht daran denken. Doch ab jetzt wird es spürbar länger hell.
Der 2. Februar ist 42 Tage nach Weihnachten, also vom 22. Dezember, der Wintersonnenwende an, und wird von manchen als Mariä Lichtmess, Mariä Reinigung oder als Darstellung des Herrn gefeiert. Jedoch muss man nicht gläubig sein oder dem Christentum angehören, um sich diesen Tag zu merken. Denn er bringt wie sein Name schon sagt, etwas, wonach sich viele im Winter sehnen: mehr Tageslicht.
Bis zur Frühlingstagundnachtgleiche, dem 20. März sind es noch 47 Tage. Die besonderen Tage dazwischen gelten als Übergangszeit, auch Schwellenzeit genannt. Bis Lichtmess nimmt das Licht unmerklich zu, ab diesem Zeitpunkt jedoch wird es sichtbar.
Die Kurve des Lichtanstiegs geht steil nach oben. Die Tage sind nun deutlich länger und heller. Der Winter weicht zurück. Eiseskälte und Froststarre lassen nach. Bären und Bieber beenden zu dieser Zeit ihren Winterschlaf und trauen sich wieder aus ihren Höhlen. In der traditionellen Landwirtschaft zeigt Lichtmess den Beginn der Feldarbeit an.

Warum ist der 2. Februar so besonders?
Hierbei handelt es sich um ein Fest zu Ehren des Lichts. Gefeiert werden an diesem Tag die Rückkehr des Lichtes und seine Verankerung auf der Erde. Viele haben schon fast vergessen, wie hell und wertvoll Lichtmess ist.
Es ist Zeit, sich daran zu erinnern!
Zu jeder Zeit ist Licht unendlich wertvoll. Es ist die Urkraft, die uns Helligkeit und Wärme schenkt. Es bringt die Saat zum Keimen und die Seelen zum Hoffen. Lichtmess ist wie ein Pfeil aus Licht, der in die Zukunft weist. Diese Zukunft steht leuchtend vor uns – und man sollte bereit sein, diese aktiv zu gestalten.

Welche Bräuche gibt es zu Lichtmess?
Im christlichen Brauchtum werden an diesem Tag Kerzen geweiht. Diese zeichnet eine hohe Schutzkraft aus, denn Lichtmess steht unter der Schirmherrschaft der Gottesmutter Maria, die ja für alle Menschen ihren schützenden Mantel ausbreitet. In einigen Gemeinden ist es üblich, die Kerzen gemeinsam anzuzünden und damit auf eine feierliche Lichterprozession zu gehen. Das Licht der vielen Kerzen gilt als Symbol für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit.
Ein alter und sehr naturverbundener Bauch ist das Aufwecken der Bäume an Lichtmess. Das betrifft insbesondere die Obstbäume. Dazu schütteln und umarmen die Hausleute jeden einzelnen Baum in ihrem Garten, um ihn symbolisch aus dem Winterschlaf zu wecken.
Auch kann der Lichtmess-Tag mit einem Pfannkuchenfest beschlossen werden. Der Hintergrund ist, dass Hühner bei zunehmendem Tageslicht wieder viele Eier legen. Früher wurden daher ab diesem Zeitpunkt vermehrt Eierspeisen zubereitet.
Das Fest an sich ist jedoch viel älter. Schon bei den Germanen und Kelten wurde zu diesem Termin die Urkraft des Lichts zelebriert. Imbolc hiess dieses Fest damals und war der keltischen Göttin Brigid geweiht. Sie gilt als Göttin der Fruchtbarkeit. Auch hier also gibt es den Zusammenhang zwischen einer Muttergottheit und dem Fest des Lichts.

Das Arbeitsjahr der Knechte und Mägde
An diesem Tag begann und endete am 2. Februar, an Mariä Lichtmess, das Arbeitsjahr für Knechte und Mägde. Dieses Marienfest war früher einer der wichtigsten Tage im bäuerlichen Jahresablauf; denn an diesem Tag wechselten viele Knechte und Mägde ihren Bauern. Sie bekamen vom Bauern zu dem Jahreslohn ihr Dienstbüchlein ausgehändigt, ein sehr wichtiges Dokument für den Besitzer; darin waren vom Bauern das Verhalten und die Leistungen niedergeschrieben.
So wurde auf dem Bauernhof am Lichtmess-Tag von allen Hausbewohnern der Lichtmess-Rosenkranz in der Stube gebetet. Dazu liess die Bäuerin die Lichtmesskerzen weihen, befestigte sie auf Brennholz-Spänen und stellte sie zusammen mit Wachsstöcken auf den Stubentisch.

Das Lichtmess-Ritual
An diesem Tag sollte ein jeder, gemeinsam mit vielen Menschen, einen Teppich aus Licht weben! Indem alle eine Kerze anzünden, erwecken wir symbolisch das grosse Feuer des Lebens.
In dieser Nacht kann man viele Kerzen und Lichter im Haus aufstellen, besonders an den Fenstern. Balkon und Garten können an diesem Tag ebenso mit Lichtern geschmückt werden.
Manche Menschen, lassen bis zu diesem Tag ihre Weihnachtsbeleuchtung noch brennen.
Setze dich mit einer Kerze an einen ruhigen Platz in deiner Wohnung/Haus oder im Freien. Ein etwas erhöhter Ort (drinnen wie draussen, z.B. Dachboden) eignet sich dafür sehr gut.
Konzentriere dich auf die Flamme und stelle dir dabei vor, wie das Licht in die Nacht hinausstrahlt und das kommende Licht der länger werdenden Tag „nährt“ und anzieht.
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